Projektwoche Fahrradausflügen an Grundschule

Fotos: Stefan Janke - 2013

 

Bericht: Stefan Janke

Projektwoche auf dem Fahrrad? - Na klar!

Alle 2 Jahre gibt es die Projektwoche an der Freiherr-vom-Stein-Schule in Dudenhofen. Wir waren nun zum dritten Mal mit dabei. Wegen des Ausbaus zur Ganztagsschule wurde die Rückkehr auf 13:30 Uhr gelegt (also 1,5 Stunden mehr Zeit zum Radeln als früher). 15 Kinder, darunter drei Mädchen, größtenteils Zweitklässler, nahm das Projektwochenteam, bestehend aus Stefan Janke, Hermann Gehrke, Wilfried Siedenberg und Gabiele Muth unter seine Fittiche.

 

Schon am ersten Tag werden die Kinder richtig gefordert: es geht nach Bayern! Doch erst einmal werden die Räder (Luftdruck, Bremsen, Kettengeräusche, lose Teile, etc.) und der Sitz des Helmes bei den Kindern kontrolliert. Erfahrungsgemäß haben die Kinder gegen 9 Uhr Hunger. Da sind wir noch im Wald auf der Langen Schneise Richtung Zellhausen und machen Halt. In Zellhausen dann die erste "richtige" Rast auf einem Spielplatz am Gemeinderand. Die Kinder können essen, trinken, toben. Weiter geht es über Mainflingen zum Main, der dort über eine recht steile Rampe erreichbar war. Die Kinder hatten die Wahl: runter schieben oder fahren und das Vertrauen zahlte sich aus. Kein Kind landete im Main, sondern alle konnten sich und das Risiko gut einschätzen, schoben oder fuhren. Natürlich hätte man zum Main auch eine andere, viel entschärftere Zufahrt nehmen können - aber müssen Kinder immer in Watte gepackt werden? Wie sollen sie sonst Gefahren erkennen und meistern lernen? Über den Main ging es über die Kilianusbrücke und in Dettingen erfreute die Kinder der nächste Spielplatz. Die Größeren zog der Main magisch an und so gingen wir auch dort auf Entdeckung. Wer hätte gedacht, dass es dort Muscheln gibt? In Großwelzheim kamen wir am Spielplatz auch nicht vorbei. Nächster Höhepunkt war dann die Überfahrt mit der Fähre nach Seligenstadt. Diesen Weg hatte ich mir ausgedacht, falls die Kinder schon am Ende ihrer Kräfte wären. Waren sie aber noch lange nicht. Am Klostergarten wartete der nächste Spielplatz bzw. das Mainufer. Dann ging es den Main entlang bis zur Staustufe nach Klein-Krotzenburg, wo die Kinder auch mal die Schleuse in Aktion sehen konnten. Über Froschhausen ging es dann Richtung Jügesheim. Auf diesem Weg machte sich der Gegenwind etwas bemerkbar - und die dadurch schneller schwindenden Kräfte der Kinder. Im Wald nach der Überfahrt über die A3 machten wir noch einmal Rast. In Jügesheim wartete an der Rodau schon der ersehnte Spielplatz. Doch wer dachte, die Kinder würden nun die Räder ablegen sah sich getäuscht, denn die Hügel mussten doch auch mit dem Fahrrad erklommen und erst recht hinunter gesaust werden. Manche spielten dann auch an der Rodau - und als wir zur Weiterfahrt riefen, landete dann doch einer komplett im Bach: er hatte das Gleichgewicht auf den Steinen verloren. Gut, dass wir nicht mehr weit zu fahren hatten. Nach 38 km war dann Schluss.

 

Am 2. Tag blies der Wind heftig von Westen. Also fuhren wir im Zickzack gen Westen, um dann mit ordentlich Rückenwind nach Hause zu "fliegen". Ziel: Dietzenbach (Stadtpark) und Dreieich (Stangenpyramide und Hainer Altstadt). Was Kinder und Erwachsene ganz schnell das Radfahren verleidet ist starker Gegenwind. Darum mussten wir die Route geschickt planen, um dennoch ans Ziel zu gelangen. Erster Halt war die Waldfreizeitanlage in Jügesheim (Frühstück und toben), denn durch den Wald ist man doch etwas geschützter. So kamen wir auch gut nach und durch Dietzenbach und machten vor dem Stadtpark noch eine Verpflegungs- und Spielplatzpause. Anschließend konnten die Kinder dann den Abenteuerspielbereich voll auskosten. Warum der allerdings für Kinder von 11-15 Jahren sein soll, hat niemand verstanden. Auch die 8-jährigen hatten keine Schwierigkeiten und tobten sich aus. Hinter Dietzenbach kam dann das freie Feld auf dem Weg nach Götzenhain - und dadurch der Wind. Und es kamen Hügel. Da mussten immer wieder kleine Pausen eingelegt werden, um eine "Meuterei" zu vermeiden. Im Höchsten in Götzenhain konnte sich dann auf dem Spielplatz beim Toben erholt werden. Zudem gab es Dank Gaby noch eine kleine Spieleinlage. Von hier ging es lange bergab - sehr zur Freude der Kinder und dann ohne Gegenwind hoch auf den Hub zur Stangenpyramide, die durch ihre Sichtachsen bezaubert. Sie eignet sich aber auch gut zum Versteck-Spiel. Dann ging es wieder runter und an der Burgruine von Dreieichenhain vorbei durch die Hainer Altstadt, von dort zurück nach Götzenhain und noch einmal einen Hügel hoch zur Rast auf den Dorfplatz. Damit war nun der größte Teil geschafft und mit dem Rückenwind sollte die Heimfahrt ein Kinderspiel werden. Doch die Kinder waren skeptisch. Sie dachten an sehr anstrengende restliche 10 Kilometer und waren leicht "knurrig" ("musst du denn immer so viel Kilometer fahren?"). Aber dann kam es doch wie prognostiziert. Mit teilweise 19 km/h rauschten wir heim nach Dudenhofen (ohne Pause, ohne Klagen, etc.) und hatten noch Zeit, am Spielplatz am Bahnhof einzukehren. Nach 37 km waren wir wieder an der Schule.

 

Am 3. Tag wollten wir mal nach Norden zu den Dietesheimer Steinbrüchen und dann zum Waldspielpark in Hausen. Nur als wir zur Schule kamen, waren 2 Räder platt, bei einem musste sogar der Reifen (durchgebremst) getauscht werden. Gut, wenn Elternteile zu Hause sind und der Supermarkt schon geöffnet hat. So konnten wir die Pannen relativ schnell beheben, aber für das weitere Ziel reichte es dann nicht mehr, denn für den Großspielplatz sollte unbedingt viel Zeit bleiben. So fuhren wir erst einmal los, machten Pause in Weiskirchen auf dem Spielplatz am Goetheplatz und kamen dann bis zum Bolzplatz in Lämmerspiel an der Rodau, der zu einem Fußballspiel einlud. Dann ging es zum Spielplatz Tempelhofer Straße/Tulpenstraße in Obertshausen-Hausen. Auch hier waren die Kinder kaum vom Fahrrad zu trennen: die Hügel waren zu verführerisch. Aber Kletterwand und -zelt sowie Spiel- und Trainingsgeräte wurden zwischendurch auch mal ausprobiert. Auch Wilfried mochte sich von Kletterwand und Hügeln nicht abschrecken lassen, Hermann zeigte den Kindern wie sie die Geräte benutzen konnten. Eine Schreck-Viertelstunde gab es kurz vor dem geplanten Aufbruch. Ein Kind hatte sich den Lenker ans Brustbein gestoßen. Vorsorglich wurde die Mutter informiert, die sich vorsorglich auf die Reise begab, um es ggf. abzuholen. Doch nach etwa 10 Minuten konnte es den Verlockungen der Spielgeräte nicht wiederstehen und Dank der gespeicherten Rufnummer im Kinderkopf (wirklich Klasse!) konnte es die Mutter noch im Auto erreichen. Doch die war inzwischen kurz vor dem Ziel und wollte dann wenigstens den tollen Spielplatz anschauen. Schließlich durfte die Mutter die nicht mehr benötigte Fließjacke mitnehmen und die Gruppe konnte nach Hause aufbrechen. Auf dem Rückweg wurde noch am Bahnhof Weiskirchen gerastet und dann am Spielplatz in Dudenhofen ("Lutherpark") war dann noch Gelegenheit zum letzten Austoben. Nach 26 km war Schluss.

 

Der 4. Tag war der letzte mit großem Aktionsradius, da am Freitag im Anschluss die Präsentation stattfand und dies auch noch vorbereitet werden musste. Dafür wollten wir es noch einmal "krachen" lassen und nach Frankfurt (Römerberg und Hauptwache) radeln. Mit leichtem Rückenwind und leicht abfallendem Weg kamen wir sehr gut voran (ohne Pause bis Schloss Schönborn in Heusenstamm). Pause auf dem Spielplatz und dann weiter nach Offenbach mit Rast auf dem Spielplatz am Friedrichsweiher, wo u.a. auch wieder die Hügel lockten... Dann ging es weiter an den Main und nach Frankfurt. Am Mainufer gab es im Grünen noch eine Rast mit Spieleinlage durch Gabys Regie. Zufällig hatte die Feuerwehr auf dem Main eine Vorführung und beim Hereinfahren nach Frankfurt konnten wir alle ein Schnellboot der Feuerwehr über die selbst erzeugten Wellen springen sehen. Dann wechselten wir die Mainseite an der Flößerbrücke und kamen dann bequem auf dem Römer an. Wenig später standen wir auf der autofreien Hauptwache. Die nächsten Hürden waren weniger planbar: Großgruppenticket holen und die Kinder mit dem Rädern zum S-Bahnsteig befördern. Da Großgruppentickets leider nur auf einen bestimmten Zug fixiert werden, war es im Vorfeld zu riskant gewesen, es zu besorgen. Aber jetzt sollte es klappen. Na ja, auch der Kundenservice macht es nicht alle Tage und die Zeit zur nächsten S-Bahn wurde knapper. Dann gibt es keinen Aufzug, der komplett runter zur S-Bahn fährt - also haben wir schnell über die flachen Stufen der Hauptwache zur B-Ebene geschoben und dann den Aufzug genommen. Aber auch das war einfacher gedacht, aber mit dem Glück des Tüchtigen waren alle unten als die S-Bahn einfuhr. Wegen der Mittagshitze fuhren wir gleich zurück nach Dudenhofen und eroberten von dort aus noch mehrere Spielplätze (Kastanienallee und Chemnitzer Straße) und einige S-Bahn-Unterführungen zur johlenden Freude der Kinder. Nach 34 km war auch der Tag beendet.

 

Zum Abschluss noch einmal nach Seligenstadt!
Am letzten Tag sollten die Kinder eigentlich vor unserer Tour Bilder und Berichte zu den vergangenen Tagen fertig haben und der Präsentationsstand aufgestellt und damit geschmückt sein. Doch der Wetterbericht kündigte Regen ab 12 Uhr an und so reservierten wir nur unsere Stellwände und machten uns auf nach Seligenstadt: vorbei am Wasserwerk, unter der A3 hindurch und dann den "single trail" als Abkürzung zum Schachenweg. Die Rückmeldung der Kinder kam prompt: "das war aber ein ganz schön schmaler Weg!". Bei schönstem Sonnenschein kamen wir dann am Südring am "Frühstücksspielplatz" an. Hermann zeigte den Kindern dann noch, wie man die Stängel der Butterblume zu Tröten macht, was diese dann schon bald nachmachen konnten. Weiter ging es zu der Wasserburg bei Klein-Welzheim und dann weiter zum Mainradweg, den wir bis zur Abfahrt am Nordende von Seligenstadt befuhren. Auch hier kamen gleich Proteste "hier waren wir aber schon mal", die aber durch den Aufbau der Schausteller am Festplatz in Begeisterung umschlugen ("Autoscooter"). In Seligenstadt landeten wir dann auf einem toll gemachten Spielplatz am Radweg in der Ellenseestraße. Endlich mal nicht der übliche langweilige "Einheitsbrei" aus Rutsche, Sandkasten, Schaukel. Nein, das Gelände ist wunderbar unübersichtlich gestaltet, was viel abenteuerlicher für die Kinder ist, da es viel mehr Möglichkeiten bietet. Der ungeheure Jubel der Kinder beim Eintreffen dort sprach für sich. Anschließend wurde es immer wolkiger am Himmel und wir machten uns auf nach Rodgau - diesmal auf dem Radweg entlang der Landesstraße. Vorher aber ging es noch durch einen Viadukt und einen schmalen Weg durch eine Kleingartenanlage - ein bisschen "Erlebnis" gehört einfach dazu. An den Apfelbäumen südöstlich von Jügesheim konnte noch einmal ein Blick auf Frankfurt geworfen werden. Wenig später kamen wir in Jügesheim an und machten Rast am Lachgangsgraben. Hier steht ein schönes neues Spielgerät - man könnte meinen, die Rutsche wurde geklaut, aber es ist Absicht und nach anfänglicher Mischung aus Ratlosigkeit und Unsicherheit trauten sich die ersten Kinder runter. Am Ende trauten sie sich immer mehr zu, wobei hier die Gruppe auch mutig macht und jedes von den anderen Kindern schnell lernen kann. Solche Spielgeräte sollte es ruhig öfter geben. Pünktlich zur Rückfahrt zur Schule setzte ein leichter Nieselregen ein und nach 27 km waren wir am Ziel. Wir hatten also alles richtig gemacht und kamen noch trocken zur Schule.

Anschließend werkelten die Kinder und dann wurden die Fotos und Bilder aufgehängt. Um 13:30 Uhr endete dann die Projektwoche mit der Präsentation.

 

Es war eine tolle Woche mit tollem Wetter, tollen Kindern tollen Betreuern und vielen Erlebnissen. Kleinere "Unfälle" gehören dazu, besonders das "Andocken" am Vordermann. Manche "prallten" auch gegen Pfosten und Laternen - doch kein Kind verletzte sich. Nachdem Schutzblech o.ä. wieder "gerade gebogen" war, konnten wir immer weiterfahren. Pannen unterwegs hatten wir keine. Wenn man die Eckpunkte wie Windrichtung und Wettervorhersage sowieso, Topografie und Wegbeschaffenheit beachtet und entsprechend einplant, kann man sehr schöne erfolgreiche Touren erleben. An der bloßen Kilometerzahl lässt sich das allein nicht ablesen.

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Kommentare: 1
  • #1

    simon (Montag, 31 März 2014 13:52)

    Ach wie schön, dass sehe ich jetzt erst. Mein Sohn durfte mitfahren und er war total begeister von der Woche, es hat ihm sehr viel Spass gemacht und die Betreuer waren super nett.
    Danke D. Simon